Frontiers – Flucht und Migration als Adventuregame

Frontiers the game - welcome to Fortress Europe

Wenn es kommt, wie es kommen soll, wird am 29. September das Computerspiel Frontiers des salzburger Künster_innenkollektivs Gold Extra veröffentlicht. Frontiers behandelt in diesem Spiel ein brisantes Thema, nämlich Flucht und Migration in das „gelobte“ Europa. Das Problem daran ist, dass die EU seit Jahren eine rigide Abschottungspolitik gegen außereuropäische Zuwanderung praktiziert und sogar noch weiter ausbaut. Migration wird dadurch sprichwörtlich zu einem Abenteuer.

Frontiers greift diese Thematik auf und will Flucht- und Migrationswege nachzeichnen. Ausgangspunkte werden entweder der Irak oder das subsaharische Afrika sein. Die_der Spieler_in muss sich als Flüchtling / Migrant_in von dort bis nach Europa durchschlagen. Laut Entwickler_innen ist das Ziel, die Thematik von Flucht und Migration durch multimediale Einbettung neuen Zielgruppen zugänglich zu machen. Karl Zechenter von Gold Extra führt aus, es gehe darum diese Schicksale selbst zu erleben und dadurch Nachrichten über Flucht und Migration wieder bewusster wahrzunehmen.1

Andererseits wird es aber auch möglich sein, das Spiel in der entgegengesetzten Perspektive, nämlich als Grenzposten, zu spielen. In diesem Fall besteht die Aufgabe natürlich in der möglichst erfolgreichen Abwehr der Migrant_innen und Flüchtlinge. Die Abwehr erfolgt zum einen über Verhaftungen, zum anderen, wie den Videos zu entnehmen ist, auch bewaffnet.

Entwickelt wird das Spiel als Mod von Half-Life 2, was Grafik und Gameplay in den präsentierten Bildern und Videos auch deutlich anzusehen ist. In den nächsten Wochen werden weitere Materialien veröffentlicht werden. Das Spiel selbst erscheint am denkwürdigen Tag des 29. September. 2005 versuchten an diesem Tag etwa 700 Flüchtlinge und Migrant_innen die Festung Europa zu stürmen – z.T. mit tödlichen Folgen.

Es bleibt abzuwarten, ob das Spiel tatsächlich seine Erwartungen erfüllen können wird. Die Grundintention ist auf jeden Fall begrüßens- und lobenswert.

Zusatzinformationen:

Homepage des Spiels

Homepage von Gold Extra

Interview mit einem Entwickler auf der Radiofabrik Salzburg:

Spielausschnitt aus der Ukraine:
FRONTIERS – Ukraine Border Walkthrough - from Frontiers on Vimeo.

  1. Radiofabrik Salzburg, 25.6.08: http://www.freie-radios.net/mp3/20080625-frontierse-23014.mp3 [zurück]

2 Antworten auf “Frontiers – Flucht und Migration als Adventuregame”


  1. 1 revolution 01. Juli 2008 um 17:55 Uhr

    da sollten wir doch gleich mal nen clan eröffnen :-)

  2. 2 /parole/ 01. Juli 2008 um 19:42 Uhr

    jaja, schon klar: du willst ja nur als grenzposten auf migrant_innen ballern :P

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