Antisemitischer und rassistischer Alltag in Ungarn

Dass die einmalige Untersagung des Rudolf-Heß-Marsches am 15.8. in Budapest die rassistische und antisemitische Diskurshegemonie in großen Teilen der ungarischen Politik nicht ändern wird, verdeutlicht ein Statement des Jobbik-Vorsitzenden Gábor Vona in der letzten Woche. Dieser reagiert drastisch auf die Frage, ob er den Sympatisant_innen von Jobbik rate am Heß-Marsch teilzunehmen. Vona:

Wenn die Judenfrage Sie so aufregt und beschäftigt, ziehen Sie doch nach Israel

In der Folge äußerte der Rechtsaußenpolitiker, dass die aktuellen Romamorde vom ungarischen oder ausländischen Geheimdiensten verübt worden seien, also „Interessengruppen, denen es darum geht, das Land zu destabilisieren“. Als alternativen „Erklärungansatz“ zieht Vona noch eine „Abrechnung von Kreditwucherern“ in Betracht.

Jobbik erreichte bei der vergangenen Eu-Wahl 14,77% und zog somit mit 3 Sitzen ins Eu-Parlament ein. Jobbik gilt als der politische Arm der Ungarischen Garde, deren Vorsitzender ebenfalls Vona ist. Trotz Verbot der paramilitärischen Organisation organisiert die Garde weiterhin (militante) politische Aktionen, eine Verstrickung in die aktuelle Mordserie steht nach wie vor im Raum.
Ein lesenswerter Kommentar zur Garde und zur aktuellen antiziganistischen Situation in Ungarn hier.

Für alle, die des Ungarischen mächtig sind, hier der Videolink zu Vonas „Judenfrage“-Aussage: http://www.youtube.com/watch?v=I24nsFnDCrU