„Hey, hey, wer nicht hüpft der ist ein Jude“

Gestern war das Hinspiel der letzten Qualifikationsrunde zur UEFA-Championsleague 2009/10. In der Red Bull Arena traf der FC (Red Bull) Salzburg auf Maccabi Haifa. Das Spiel endete 1:2, der israelische Meister dürfte damit mit einem Bein in der Gruppenphase der Championsleague stehen.

Weniger erfreulich als dieser Sieg war allerdings, was aus den Reihen der salzburger Fans zu hören war. Im Verlauf der zweiten Halbzeit skandierten Fans aus dem entsprechenden Block „hey, hey, wer nicht hüpft der ist ein Jude“ und „scheiß Israelis“. Zu ersterem Spruch ist wohl kaum etwas hinzuzufügen. Es dürfte bekannt sein, dass bei diesem Spruch diejenigen, die nicht hüpfen, abgewertet sind. Ergo sind in der Sicht der Rufenden „Juden“ etwas, was sie nicht sein wollen, wovon sie sich abgrenzen, was sie abwerten. Zum zweiten Spruch: Die Tatsache, dass Israel als Konsequenz aus dem Holocaust gegründet wurde und weltweit der einzige Staat mit mehrheitlich jüdischer Bevölkerung ist, macht Israel zum „Juden unter den Staaten“. Ein Sprechchor „scheiß Israelis“ kann davon nicht abgekoppelt betrachtet werden. Wenn also „scheiß Israelis“ skandiert wird, impliziert dies immer auch „scheiß Juden“.

Ob es sich beim Grölmob um Angehörige der Salzburg Patriots handelte sei dahingestellt. Wie zumindest ein Teil der salzburger Szene einzuschätzen ist, zeigte sich im letztjährigen Nationalratswahlkampf. Im Anschluss an eine Strache-Rede eskalierte die Lage vor dem Müllnerbräu, ein Mob aggressiver Hools skandierte unter anderem „zick-zack-Zigeunerpack“ und attackierte im Anschluss die antifaschistische Gegenveranstaltung. Aus einem Bericht von damals:

… Die Polizei hielt sich im Hintergrund bis plötzlich eine Gruppe Fussballhooligans, unter „HC Strache“ Rufen anfing die Gegendemo anzugreifen. Es entwickelte sich eine kurze aber heftige Auseinandersetzung die wohl noch weiter eskaliert wäre wenn der rechte Schlägertrupp nicht von der Polizei abgedrängt worden wäre. Dabei konnten es sich zumindest ein Polizist nicht verkneifen selbst unsanft auf die Angegriffenen los zugehen.

Quelle

Es bleibt zu befürchten, dass die gestrigen antisemtischen Ausfälle einmal mehr ohne Konsequenzen bleiben werden. Aber zumindest steht es nach dem gestrigen Spielergebnis realistisch in Aussicht, dass sich Salzburg und seine Fans nicht in der Championsleague präsentieren können. Immerhin…